Dan Perjovschi

Action Flag

1988

  • Dan Perjovschi, Action Flag, 1988

    7 Silber Gelatin Fotografien

    je 11,5 x 17 cm, gerahmt 95,7 x 29,3 x 4,2 cm

In vielen Ländern des Ostblocks waren, während der Zeit des Kommunismus, Leben und Arbeit von Künstler*innen durch die nationale 'Union der Künstler' (Artists Union) reglemeniert. Die Artists Union entschied über die Aufnahme der Absolvent*innen nach dem Studium an den Akademien und Hochschulen. Sie vergab öffentliche Aufträge und teilte Ateliers und Werkstätten zu. Erst auf Grund von Aufträgen war es möglich, künstlerische Materialien zu bekommen oder Werkstätten zu nutzen. Die Vereinigung betrieb in vielen Städten Galerien und Ausstellungshallen und veranstaltete jährliche Ausstellungen, in denen fast ausschließlich staatliche Organisationen Arbeiten erwarben. Auch die Teilnahme an internationalen Ausstellungen musste von der Union genehmigt werden. Eine freie Kunst und ein freier Markt existierten nicht. Erst Mitte der 1980er Jahre kam es zu gewissen Lockerungen, die vor allem in den Jugendorganisationen der Vereinigung zu einem experimentelleren Arbeiten führte. Häufig waren die Jugendabteilungen dabei nicht in den Hauptstädten aktiv, sondern auf dem Land und in kleineren Städten, etwas besser verborgen vor den Augen der Zensurbehörden.

Zwei der Aktionen von Dan Perjovschi aus dieser vor-revolutionären Zeit Ende der 1980er Jahre sind in den Fotosequenzen von 'Action Tree' und 'Action Flag' dokumentiert.

Dan Perjovschi: "Die sieben Fotografien dokumentieren eine 'Aktion' aus einer Serie von Aktivitäten durchgeführt für die Fotokamera im Jahre 1988. Es war die Zeit des Kommunismus und alles (Buch, Ausstellung, Film) unterlag der Zensur. Ausnahmen galten nur für die Aktivitäten, die draußen (Natur) oder drinnen (Apartment) geschahen. Das war der Grund, warum ich und eine Reihe anderer Künstler eine Gruppe bildeten 'Atelier 35 Oradea' (ein Atelier mit Künstlern unter 35 Jahren), eine Jungendabteilung der alleinigen 'Union der Künstler'.
Die Jugendabteilungen waren vor allem in den Städten des westlichen Teils von Rumänien sehr aktiv und in einigen Fällen (so etwa in der Stadt Oradea, in der ich von 1985 bis 1990 lebte) experimentell.
Zusammen mit anderen Künstlern realisierte ich drei, vier Aktionen unter dem Oberbegriff 'Peace Times'. Meine Aktionen trugen den Titel 'Peace Times - Fish Eye'. Im Allgemeinen bestanden sie aus einer fotografischen Sequenz von von vier bis zehn Aufnahmen einer einfachen Geste: Flagge, Papierflagge oder das Schreiben von Wörtern auf die Wände der Ruinen alter Bunker, mit einer Gasmaske spielen. Der Ort dieser Aktionen ist in der Nähe von Oradea (der Stadt im Westen von Rumänien) und nutzte einige alte Bunkerruinen (die pompöse Verteidigungslinie gegen die Ungarn)..."

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