Seit 2014 verwendet Selma Selman Teile von Metallschrot als Träger für ihre Gemälde. Sie greift damit auf die Lebensgrundlage ihrer Familie zurück, die seit Generationen mit Altmetall handelt.
Recycelte Motorhauben, Autotüren, Metallrohre und anderer Metallschrott werden bei Selma Selman zu Kunstobjekten, die die Gattungen von Skulptur, Relief und Gemälde ineinander verschmelzen. Häufig sind ihre Gemälde Selbstportraits und Ausdruck ihrer Auseinandersetzung mit ihrer ganz persönlichen Geschichte und der verdrängten Geschichte der Roma Gemeinschaften in Südost-Europa, die seit Jahrhunderten vertrieben, unterdrückt und diffamiert worden sind – auch in der Gegenwart während der blutigen Kriege in Bosnien und im Kosovo. Dabei steht die Rolle der Frauen und auch eine Auseinandersetzung mit den patriarchalen Traditionen, Regeln und ungeschriebenen Gesetzen in den Roma-Gemeinschaften im Mittelpunkt, in denen nach wie vor männliche Abstammungslinien und Zwangsheiraten verbreitet sind. Ihre Ausstellung 2025 im Kunsthuis SYB in den Niederlanden hatte den Titel ‘600 Years of Migrant Mothers’ und versuchte die jahrhundertealte Geschichte der Vertreibung und Missachtung zwischen Realität und Fiktion aus einer weiblichen Perspektive zu erzählen.
‘Ophelia’s Awakening’ war auch der Titel ihrer ersten Ausstellung 2025 in ihrer Galerie in Berlin. Selma Selman zitiert bewusst die tragische Frauenfigur aus Shakespeares Hamlet, die so viele Künstlerinnen und Künstler, Autorinnen und Autoren, Theater- und Filmleute inspiriert hat. Ophelia ist aufgewacht, sie wird nicht in unsterblicher Schönheit in einem Teich ertrinken.