Selma Selman wurde 1991 im Roma-Gemeindedorf Ružica bei Bihać in Bosnien und Herzegowina geboren. Nach dem Studium der Malerei an der Fine Arts Academy in Banja Luka absolvierte sie ihren MFA in Transmedia Visual and Performing Arts an der Syracuse University, New York. Selma Selman ist die Initiatorin des Programms 'Get the Heck to School' mit dem sie Stipendien für Mädchen finanziert, damit diese die Grundschule in ihrer Heimatstadt Bihać besuchen können.
Die Künstlerin arbeitet medienübergreifend mit Performance, Malerei, Zeichnung, Video und Installation. In ihren Werken verbindet sie persönliche Biografie mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen und richtet den Blick auf die Lebensrealitäten marginalisierter Communities und dabei auch immer auf die eigene Roma-Community.
Selma Selman ist bekannt für ihre Aktionen. Mit Äxten und Elektrowerkzeugen zertrümmert sie Autowracks, ein Recycle-Geschäft, das von ihrer Familie in Bihac betrieben wird. Aus den wertvollen Metallen hat sie einen goldenen Nagel angefertigt. In den Performances 'Letters to Omer', einem imaginären Freund, arbeit sie mit ihrer Stimme, ihren Gefühlen, Hoffnungen und Wünschen und verzweifelt an den patriarchalen Strukturen, die Liebe und Zuneigung zerstören.
In ihrer Arbeit reflektiert sie die gewaltsame Vergangenheit des Balkans und der Bosnienkriege. Sie spielt mit den Roma zugeschriebenen Klischees. Gewalt und Zerstörung sind starke sinnliche Impulse. Ihre Selbst-Stilisierung als 'Gefährlichste Frau der Welt' weist auf die gesellschaftliche und politische Dimension ihrer Arbeit.