Apostolos Georgiou studierte Architektur an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (1971–1973) und Bildende Kunst an der Accademia di Belle Arti di Firenze (1973–1975). Sein künstlerisches Schaffen konzentriert sich vor allem auf die Malerei.
Die Malerei von Apostolos Georgiou richtet den Blick auf den Alltag und auf die Spannungen und Beziehungen, die sich darin verbergen. Seine Bilder spiegeln komplexe psychologische und soziale Erfahrungen der Gegenwart wider. Die meist einfachen, offen angelegten Szenen kreisen um Fragen von Identität, Entfremdung und Zusammenleben.
Seine Figuren bewegen sich in unscheinbaren Innenräumen und Situationen, die vertraut erscheinen und zugleich eigentümlich reduziert sind. Wenige Gegenstände und einfache Gesten bestimmen die Szenerie. Die Figuren stehen unbeholfen da, wirken ratlos oder sind in stille Handlungen vertieft. Häufig bleibt offen, was gerade geschieht: Etwas scheint vorgefallen zu sein oder unmittelbar bevorzustehen, doch die Geschichte wird nicht erzählt. Auf diese Weise entstehen zeitlose Situationen, die sich keinem bestimmten Ort oder einer bestimmten Kultur zuordnen lassen und dadurch etwas Universelles erhalten.
Klare Farbflächen und eine vereinfachte Perspektive verwandeln das Vertraute in einen atmosphärisch dichten Raum voller Andeutungen. Gerade die bewusste Zurückhaltung der Bilder erzeugt eine besondere psychologische Spannung. Sie bewegen sich zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Fremdem. Die Betrachtenden werden eingeladen, die Beziehungen und Zusammenhänge zwischen den Figuren und Situationen selbst zu erkunden – auch dort, wo nichts ausdrücklich benannt wird.
Recht spät, etwa seit 2010, hat sein Werk internationale Aufmerksamkeit bekommen. Seine Arbeiten werden international in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im MOSTYN (2024), im Fitzwilliam Museum (2023), im Aranya Art Center (2023), im Passerelle Centre d’Art Contemporain (2020), bei der Frank F. Yang Art & Education Foundation (2018), im New National Museum of Monaco (2018), im Centre Pompidou (2017), auf der documenta 14 (2017), bei Gagosian (2016) sowie bei der DESTE Foundation (2015, 2013, 2003).
Weitere Präsentationen fanden auf der documenta 14 (2017), der 10. Gwangju Biennale (2014), der 4. Thessaloniki Biennale (2013), im Macedonian Museum of Contemporary Art (2012) und im National Museum of Contemporary Art in Athen (2011) statt. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Sammlungen, darunter die National Gallery of Victoria in Melbourne, das National Museum of Contemporary Art in Athen sowie die Pinault Collection.