Die Manifesta 16 findet in leerstehenden Kirchen in vier Städten des Ruhrgebiets statt. Die wandernde Biennale untersucht, wie ungenutzte Kirchengebäude neu gedacht und als Orte für gesellschaftliches Leben, körperliches Wohlbefinden und Begegnungen in der Gemeinschaft genutzt werden können.
Zu den mehr als 100 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gehört auch Eva Koťátková mit ihrer Installation 'When Animals Fall from the Sky' in der Christ-König-Kirche in Bochum.
Wenn Vögel in großer Zahl vom Himmel fallen, ist das ein Warnsignal wie der 'Kanarienvogel im Kohlebergwerk'. Doch diese Warnung gibt keinen Hinweis darauf, wie viel Zeit noch bleibt, bis es zu einer Katastrophe kommt. Wir fliehen nicht sofort, sondern ändern unsere Gewohnheiten und gehen unseren Tätigkeiten wieder nach. Die Nicht-Menschen hingegen spüren die Gefahr und kommunizieren sie auf unterschiedliche Weise.
'When Animals Fall from the Sky' befasst sich mit den Lebensbedingungen und dem Status von Tieren in der Stadt. Besonders im Fokus stehen dabei jene Tiere, die weder ganz frei noch in Gefangenschaft leben. Der Kirchenboden ist mit verschiedenen Tierkörpern bedeckt, was den Raum in einen provisorischen Schlafsaal, eine Notaufnahme oder eine Auffangstation verwandelt. Einige der nicht-menschlichen Bewohnenden befinden sich in einem Ruhezustand: Manche schlafen, manche liegen verletzt auf Krankenhausdecken, während andere völlig still sind und ihre Energie für später aufsparen.
Unter normalen Umständen könnte keines dieser Tiere eine Einrichtung betreten, in der menschliche Regeln in punkto Hygiene, Sicherheit oder Haftung gelten. Doch hier erzählen sie ihre Geschichten. Sie können sich neben sie setzen oder hinlegen. Sie können sie umarmen oder trösten. Oder Sie können sich einer Gruppe von Kindern anschließen, die sie regelmäßig besuchen. Diese Kinder kümmern sich um sie und lernen von ihnen. Sie stellen schwierige Fragen und laden uns ein von einer Zukunft zu träumen, in der verschiedene Arten gleichberechtigter zusammenleben.