Die Manifesta 16 findet in leerstehenden Kirchen in vier Städten des Ruhrgebiets statt. Die wandernde Biennale untersucht, wie ungenutzte Kirchengebäude neu gedacht und als Orte für gesellschaftliches Leben, körperliches Wohlbefinden und Begegnungen in der Gemeinschaft genutzt werden können.
Zu den mehr als 100 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählt auch Małgorzata Mirga-Tas mit einer Installation in der Christ König Kirche in Bochum. Sie besteht aus Werken von drei unterschiedlichen Serien 'From the series of 29 / Ryćhino (Roma Bear) / Jangare. Die Realisierung der Installation wurde von AMMODO, dem Adam Mickiewicz Institut, dem Ministerium für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen und der Art Collection Telekom unterstützt.
Neben den 'Jangare' Figuren (jangar Romani für Kohle), die sich auf das Wahrsagen und den Schutz vor bösen Verfluchungen beziehen, stehen das die 'Bears', die auf die lange Tradition des Zähmens von Wildtieren hinweisen.
Die 'Series of 29' erinnert an ein Ereignis im Juli 1942, als die deutsche Militärpolizei zusammen mit polnischen Polizeibeamten eine Gruppe von 29 Rom*nja festnahm. Drei Männer, fünf Frauen und über 20 Kinder wurden von den Deutschen und Polen erschossen. Ihre Leichen wurden in eine Grube geworfen, die am Ort der Hinrichtung ausgehoben worden war. Im Juli 2011 errichtete die Rom*nja-Bildhauerin Małgorzata Mirga-Tas in Cygańskie Górki – oder in den „Roma-Hügeln“, wie die Anwohnenden das Gebiet in der Nähe der Stadt Borzęcin Dolny im Südosten Polens nennen – ein Denkmal aus Holz. Małgorzata Mirga-Tas entwarf ein Denkmal, das aus einer vertikalen Platte mit einer Inschrift bestand, die einen Auszug aus einem Gedicht der polnischen Rom*nja-Dichterin Papusza enthielt. Auf beiden Seiten der Tafel befanden sich Abbildungen sterbender Rom*nja. Vier Jahre später, im Frühjahr 2016, zerstörten unbekannte Täter*innen das Denkmal. Aus Fragmenten des zerstörten Denkmals schuf Małgorzata Mirga-Tas eine Serie von Wachsskulpturen, die sowohl an die ursprünglichen Morde als auch an die spätere Zerstörung erinnern.