Brilant Milazimi wird die Republik Kosovo auf der 61. Internationalen Biennale von Venedig vertreten. In Venedig präsentiert er 'Hard Teeth (Dhëmbë të Fortë)', eine immersive Malerei-Installation in der kürzlich wiedereröffneten Chiesa di Santa Maria del Pianto, kuratiert von José Esparza Chong Cuy.
Im Zentrum steht ein 17 Meter breites Landschaftsgemälde, in dem Brilant Milazimi eine dicht aneinandergereihte Gruppe von Menschen zeigt, die sich über ein Gebirge erstreckt, das an die ländlichen Regionen des Kosovo erinnert. In Anklang an historische wie gegenwärtige Szenen der Vertreibung verweilen fragile Körper in der Weite der Landschaft. Auf einer freistehenden, vom LANZA Atelier entworfenen Struktur präsentiert, ziehen sich die Figuren über die gesamte Länge – sie schreiten nicht voran, sondern verharren und halten aus, die Zähne fest zusammengebissen.
Warten ist im Kosovo keine abstrakte Erfahrung. Über Jahrzehnte hinweg wurde Bewegungsfreiheit von Grenzen, Dokumenten und dem ungewissen Tempo politischer Anerkennung bestimmt. Das Politische manifestierte sich dabei häufig im Administrativen: in Stempeln, Verzögerungen und provisorischen Bestätigungen. Das Bild der Schlange ist heute weltweit wieder präsent: Menschen auf der Flucht vor Krieg, an Kontrollpunkten, im Warten auf Asyl – im Warten darauf, ob sie bleiben dürfen, ob sie zurückgewiesen werden, ob eine Rückkehr überhaupt möglich ist. Ein Warten, das anhält, selbst angesichts der Aussicht auf noch schwierigere Bedingungen.