Der albanische Pavillon auf der 61. Biennale von Venedig präsentiert 'A Place in the Sun', eine Videoinstallation des albanischen Künstlers Genti Korini, kuratiert von der polnischen Kuratorin und Kunstkritikerin Małgorzata Ludwisiak.
In der dreikanaligen Videoarbeit verschmelzen Live-Performance, Puppenspiel, Animation und eine eigens komponierte Klangspur zu einem fiktiven Theater, das in Zaum inszeniert ist. Diese transnationale experimentelle Sprache wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von russischen futuristischen Dichtern entwickelt. Zaum entstand als reine Sprache ohne grammatische und syntaktische Regeln und zielte darauf ab, die bestehende gesellschaftliche Ordnung zu zerlegen.
Der Künstler nutzt die Irrationalität von Zaum, um die Betrachter an die Grenzen der Sprache zu führen – und darüber hinaus an den Punkt, an dem Kommunikation nicht mehr möglich ist –, um einen Raum zu eröffnen, in dem alles neu gesagt werden kann. Einerseits diagnostiziert die Ausstellung Albanien als einen 'Irgendwo-Ort', der unweigerlich durch äußere und innere Projektionen definiert wird. Andererseits wird sie zu einem poetischen Ausdruck all jener unsichtbaren Kulturen, Minderheitensprachen und des Unbekannten.
Ein zentraler Bezugspunkt für den Künstler ist die Zeitschrift 'Bloodless Murder' und deren 'Albanian Issue' (1916), herausgegeben von einer avantgardistischen Gruppe mit Sitz in Petrograd (dem heutigen Sankt Petersburg). Diese Zeitschrift persiflierte die nationalistischen und imperialen Ansprüche des vorrevolutionären Russlands und stellte Albanien durch das Prisma von Exotismus und orientalistischer Fantasie dar.
Im kolonialen Blick, der im 'Albanian Issue' sichtbar wird, erscheint Albanien zugleich als romantisierte Grenzregion und als Bühne für zivilisatorische Hierarchien. Dabei offenbart diese Darstellung mehr über die Ängste und Ambitionen der ausländischen Beobachter als über das Land selbst